Artikelreihe Teil 3: Wiesen
Serie des AK-Ökologie
Der Lenz, der Lenz ist da….
Nach dem kalten Winter ist es dann endlich bald wieder so weit. Der Frühling ist im Anmarsch und bietet uns viele Gelegenheiten die wieder erwachende Natur zu erkunden.
Machen wir uns auf, die Wiesen um uns herum zu entdecken…
Die Wiese
Die Wiesen, die die meisten von uns kennen entstehen durch menschliche Nutzung im Rahmen von Viehzucht. Diese Flächen werden regelmäßig gemäht um Grünfutter und Heu zu gewinnen. Wiesen auf
denen Schafe gehalten werden, zeichnen sich durch ihre Reichhaltigkeit an Pflanzen und anderen Lebewesen aus, da die Schafe bei der Nahrungsaufnahme weniger wählerisch sind und somit
Standorte nutzen, die die Rinder meiden.
Ohne menschliches Einwirken würden Wiesen natürlicherweise dort entstehen wo keine Bäume mehr wachsen können - Sei es auf Grund der zu hohen feuchte oder Trockenheit, oder jenseits der
Baumgrenzen im Gebirge.
Es ist Fraglich wie viel Wiesen es geben würde, würde man die Beweidung einstellen. Beobachtungen haben gezeigt, dass die meisten Wiesen bei Einstellung der Nutzung auf Dauer verbuschen und
sich zu Wald entwickeln. Früher gab es zahlreiche große Gras- bzw. Pflanzenfresser (Nashörner, Elefanten, Riesenhirsche, Auerochsen usw.), welche wahrscheinlich durch Fraß und Vertritt auf
großen Flächen dafür sorgten, dass kein Wald aufkam.
Was kennzeichnet eigentlich eine Wiese?
Vor allem das Vorhanden sein von mehrjährigen Gräsern und Kräutern („Blumen“) ist charakteristisch für eine Wiese. Weiterhin kann gesagt werden, dass dort Bäume und Sträucher weitestgehend
fehlen.
Eine Wiese unterteilt sich in mehrere Stockwerke:
Das oberste Stockwerk bilden die Blüten der Gräser, da die Pollen der Gräser vom Wind verbreitet werden (zum Leidwesen der Heuschnupfengeplagten).
Darunter fallen die weißen tellerförmigen Doldenblütler auf. Die Verbreitung ihrer Pollen erfolgt durch rasch herumschwirrende Insekten (z.B. Fliegen), die die großen Blüten für eine kurze
Rast nutzen.
Ein ganzes Stück weiter unten finden wir die blau-violetten Blüten und ertönt das monotone Summen der fleißigen Hummeln. Ganz unten, nah der Erdoberfläche tummelt sich der Kräuter- und
Gräsernachwusch zwischen der Vielzahl von Moosen. Jedes Stockwerk zeichnet sich demnach durch das Vorkommen spezieller Pflanzen- und Tierarten aus.
Die intensive Nutzung von Wiesen und ein Übermaß an Düngemitteln bewirkt allerdings eine Verminderung des Artenreichtums. Einige Gräser wachsen durch die Düngung viel rascher als andere und
nehmen ihnen somit das zum Wachsen benötigte Licht und den Platz weg. Solche Wiesen sind dann längst nicht mehr so farbenfroh, denn bunte Blumen wie die lila Glockenblume, den gelben
Klappertopf, den blauen Wiesensalbei und die pinke Lichtnelke werden wir dort nicht mehr finden.
Was tun mit und auf der Wiese?
Die Wiese lädt bei Sonnenschein nicht nur zum Picknicken und Dösen ein. Es gibt eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren zu entdecken und viele Möglichkeiten die Zusammenhänge spielerisch zu
erfahren.
Natürlich sollte beim Sammeln, Spielen und Kennen lernen immer nur soviel an Material gepflückt werden, wie auch wirklich benötigt wird. Auch ist es in den meisten Fällen nicht notwenig die
Pflanze samt Wurzel heraus zu reißen. Werden Tiere in Becherlupen gefangen, nicht in die volle Sonne stellen und bitte anschließend wieder frei lassen. Sprecht das Verhalten vorher mit den
Kindern durch und zeigt ihnen wie man in und mit der Natur viel Spaß haben kann, ohne Schaden anzurichten.
Spiele zur Wahrnehmung
Geräuschelandkarte
Materialien: Papier und Bleistifte
Jedes Kind (o. Leiter) sucht sich auf der Wiese ein schönes Plätzchen. Um Störungen zu vermeiden, sollte darauf geachtet werden, dass der Abstand zwischen den Einzelnen groß genug ist.
Anschließend konzentrieren sich alle etwa 10 Minute lang auf die Geräusche in ihrer Umgebung und zeichnen diese in ihre Karte ein – Ihr werdet staunen, wie Laut euch plötzlich das Krabbeln
eines Käfers oder das Summen einer Schwebfliege vorkommt.
Anschließend werden die gemalten Geräuschekarten miteinander verglichen.
Hat jemand noch den Vogel in der Hecke gehört, oder gab es dort auch so viele Hummeln?
Ziel: Das Gehör soll sensibilisiert werden. Gibt es natürlichen Lärm? Welche Geräusche waren störend?
So kann z.B. auch auf das Thema Verkehrslärm hingewiesen werden, welcher dafür sogt, dass die „kleinen“ Geräusche sonst nicht wahrgenommen werden.
Duftmix
Materialien: Pro Teilnehmer ein leeres Filmdöschen
Jeder sucht sich auf der Wiese eine Pflanze, dessen Duft ihm am besten gefällt (durch reiben der Blätter wird der Geruch oftmals stärker). Der Pflanzenteil wird in das Filmdöschen gegeben,
wobei sich jeder seinen Duft ganz gut einprägt. Im Kreis stehend werden die Filmdöschen weiter gegeben bis der Leiter „Stopp“ sagt. Jeder öffnet das Döschen und erschnuppert den Geruch. Die
Döschen werden so lange weiter gegeben, bis jeder seinen Duft wieder hat.
Ziel: Förderung des Geruchsinns und der Merkfähigkeit. Feststellung, dass Pflanzen an ihren spezifischen Duft erkannt werden können.
Wie heißt die Pflanze? Welche Bedeutung haben die unterschiedlichen Gerüche der Pflanzen, z.B für Tiere?
Kreativität
Es müssen nicht immer Wachsmaler und Filzstifte sein …
Material: Tonpapier oder Karton, Leim, Naturmaterialien
Alle Kinder bekommen einen kleinen Stoffbeutel worin sie Naturmaterialien (Nüsse, kleine Äste, Pflanzenteile, Erde, Steinchen etc.) sammeln sollen.
Auf Tonpapier oder Karton wird reichlich Leim verstrichen und die gesammelten Materialen zu einem Bild zusammengelegt (Einzel o. Gruppenarbeit – Logo der Gruppe).
Ziel: Die Beobachtungsgabe wird gefördert, ein Gefühl für Farb- Form und Struktur sowie manuelle Fähigkeiten entwickeln sich.
Wissensvermittlung
Wiesentiere bestimmen
Material: weiße Bettlaken, Becherlupe, Bestimmungsliteratur
Auf eine bunte, vielseitig gestaltete Wiese wird das Bettlaken ausgebreitet und beobachtet was dort drauf hüpft. Die Tiere werden vorsichtig eingefangen und können durch die Becherlupe
genauer betrachtet und bestimmt werden.
Das gleich erfolgt auf einer kurzen Rasenfläche.
Können Unterschiede festgestellt werden?
Ziel: Kennen lernen Wiesentieren. Erkennen von Unterschieden bezüglich der Artenvielfalt in unterschiedlichen Wiesentypen und auf Rasenflächen.
Viel Spaß beim Erkunden und Staunen.
Gut Pfad in den Frühling wünscht der Arbeitskreis für Ökologie
Esther Boekee