Nicht sofort. Aber langfristig ist es schon sinnvoll, damit Du die Kinder und Jugendlichen gut begleiten kannst.
Die Woodbadge-Ausbildung gliedert sich in den Einstieg und die Praxisbegleitung, die drei Woodbadge-Modulbereiche (Modulausbildung), den Woodbadge-Kurs und die Woodbadge-Reflexion.
Im Einstieg 1 beschäftigst du dich mit deiner Motivation und deiner Begeisterung zum Leiten. Außerdem bekommst du eine Übersicht über die Woodbadge-Ausbildung in der DPSG. Verantwortlich hierfür ist dein Stammesvorstand.
Im Einstieg 2 geht es konkret um Gruppenstunden. Wie bereitest du sie mit deinem Team vor? Worauf achtest du bei der Durchführung deiner Gruppenstunde? Wie kannst du deine Gruppenstunde nachbereiten? Verantwortlich für den Einstieg Schritt 2 ist dein Stammesvorstand, kann aber auch auf Bezirks- oder Diözesanebene angeboten werden.
Die Praxisbegleitung ist ein Prozess am Anfang deiner Leiter*innen-Tätigkeit. In dieser Zeit erhältst du die Möglichkeit, Probleme mit erfahreneren Leitenden zu lösen, Situationen besser zu verstehen und deine eigenen Grenzen kennenzulernen. Dazu wirst du von einer festen Leitungsperson aus deiner Leitungsrunde begleitet. Verantwortlich hierfür ist der Stammesvorstand.
Module vermitteln verschiedene Kompetenzen, aufgeteilt in elf Pflichtbausteine, welche die grundlegenden und notwendigen Kenntnisse für die Leitungstätigkeit vermitteln und zwei optionale Bausteine, die weitere Themen abdecken. Die Module bieten dir ein Rüstzeug, mit dem du verschiedene Inhalte und Methoden für deine Gruppenstunden gestalten kannst. Verantwortlich für die Modulausbildung sind dein Bezirk und die Diözese.
Das erste Modul nimmt dich als Leiter*in in den Blick. Schwerpunkte sind die Arbeit im Leitungsteam, deine Identität, deine Spiritualität und dein Leitungsstil.
Baustein 1a: Identität und Leitungsstil
In diesem Baustein setzt du dich mit deiner pfadfinderischen und spirituellen Identität auseinander und lernst verschiedene Leitungsstile kennen, um deinen eigenen Leitungsstil zu reflektieren.
Baustein 1b: Teamarbeit
Dieser Baustein vermittelt Grundlagen und Methoden der Teamarbeit. Du lernst etwas über Rollen im Team und das Zusammenspiel als Team, z.B. sensible Kommunikation, Feedback und Umgang mit Konflikten im Leitungsteam.
Baustein 1c: Politische Bildung und politisches Handeln
In diesem Baustein erweiterst du eine Vorstellung für das eigenen und das verbandliche politische Handeln im Pfadfinderalltag. Außerdem lernst Du die Fachbereiche der DPSG kennen und entwickelst eine Idee zu den Mitbestimmungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen in unserem Verband.
Baustein 1d: Spiritualität
Hier erkundest Du Deine eigene Spiritualität, was nicht notwendigerweise eine Auseinandersetzung mit Gott bedeutet, und lernst spirituelle Impulse, Rituale und Gestaltungsmöglichkeiten in der Gruppenarbeit kennen.
In diesem Modul geht es um die Kinder und Jugendlichen in Deiner Gruppe. Die verschiedenen Altersstufen, unsere pfadfinderspezifische Pädagogik und unseren Umgang mit dem Thema Gewalt in der Pfadfinderarbeit.
Baustein 2a: Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen
In diesem Baustein beschäftigst Du dich mit der heutigen Lebensrealität und Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen und deren Bedeutung für Deine Arbeit im Gruppenstundenalltag. Dies spiegelt sich in der Stufenpädagogik der Biber, Wölflinge, Juffis, Pfadis und Rover*innen wieder.
Baustein 2b: Geschlechtsbewusste Gruppenarbeit
Damit Du jeden einzelnen Menschen aufmerksam begleiten kannst, beschäftigen wir uns in diesem Baustein mit einem geschlechtsbewussten Umgang mit unseren Mitmenschen.
Baustein 2c: Pfadfinderische Grundlagen: Pfadfinderische Methodik
In diesem Baustein lernst Du verschiedene Elemente der pfadfinderischen Methode, zum Beispiel das Arbeiten mit Groß- und Kleingruppen und die Projektmethode kennen, um sie im Gruppenalltag einsetzen zu können.
Baustein 2d: Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (Präventionsschulung)
Dieser Baustein sensibilisiert Dich für einen grenzachtenden und wertschätzenden Umgang mit Kindern, Jugendlichen und im Leitungsteam. Außerdem geht es um den Umgang und die Prävention von Gewalt und Übergriffen auf Kinder und Jugendliche und zeigt Dir Möglichkeiten der Intervention.
Baustein 2e: Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (Vertiefung)
Dieser Baustein ist die Auffrischung von 2d und erfolgt nach der Präventionsschulung mindestens alle 5 Jahre. Bei einer Vertiefungsschulung wird ein Thema aus der Präventionsarbeit tiefergehend betrachtet und Dein Blick dahingehend geschärft.
Hier lernst Du Sachthemen kennen. Von der Geschichte der DPSG, Erste-Hilfe bis zu Finanzwissen ist alles dabei. In den Wahlbausteinen geht es dann um die Planung und Durchführung von Maßnahmen und Pfadfindertechniken.
Baustein 3a: Pfadfinderische Grundlagen und Hintergründe
Wie der Name schon verrät, geht es hier um die Ziele der Bewegung und die Geschichte der DPSG. Wir werfen einen kritischen Blick auf die Vergangenheit der Pfadfinder*innen-Bewegung: wie ist sie entstanden und in welchem Bezug steht sie zu unserem Verband, anderen Pfadfinder*innenverbänden sowie der Weltpfadfinder*innen-Bewegung?
Baustein 3b: Erste-Hilfe
Damit du in medizinischen Notfällen gut gewappnet bist, ist ein Erste-Hilfe-Kurs Teil der Modulausbildung. Damit dein Wissen aktuell bleibt, empfehlen wir dir alle zwei Jahre eine Auffrischung zu machen.
Baustein 3c: Finanzen, Haftung & Versicherung
Hier lernst Du, wie spannend Wissen über Finanzen, Aufsichtspflicht, Haftung und Versicherungsfragen sein kann und welche wichtigen Dinge es in Deiner Funktion als Leitungsperson zu beachten gibt.
Baustein 3e: Pfadfindertechniken (optional)
In diesem optionalen Baustein kannst Du praktisch aktiv werden z.B. in Sachen Seile und Knoten, Aufbau verschiedener Zelttypen, Lagerbauten und Feuermachen. Aber auch viele andere Themen sind möglich.
Baustein 3f: Planung und Durchführung von Maßnahmen (optional)
Dieser Baustein beleuchtet die Aufgaben des Leitungsteams bei Lagern und Aktionen, damit Du sowohl in organisatorischen Aspekten, wie auch in Sachen Programmplanung handlungssicherer bist.
Wenn du die Bausteine der Modulausbildung absolviert hast, ist eine sehr gute Grundlage für deine Leitungstätigkeit gelegt. Damit kannst du z.B. eine JuLeiCa beantragen.
Wenn du nach der theoretischen Modulausbildung auch noch etwas mehr über dich selbst und deine Rolle in der Gruppe lernen möchtest, ist der Woodbadgekurs ein weiterer Schritt der Pfadfinder*innen-Ausbildung.
Der Woodbadge-Kurs findet stufenspezifisch oder als Vorstands-Kurs statt. Er besteht aus einer Kurswoche und einem Reflexionswochenende etwa ein halbes Jahr später. Im Woodbadgekurs geht es intensiv um Deine Rolle als Leiter*in, deine Reflexionsfähigkeit und Deine Selbst- und Sozialkompetenz. Bei erfolgreichem Abschluss bekommst Du das rosafarbene Halstuch mit Knoten und Klötzchen (Woodbadge) verliehen, womit deine Ausbildung offiziell und weltweit anerkannt abgeschlossen ist.
Nicht sofort. Aber langfristig ist es schon sinnvoll, damit Du die Kinder und Jugendlichen gut begleiten kannst.
Insbesondere die Einstiege solltest du zu Beginn deiner Leitungstätigkeit besuchen. Bei allem anderen gilt, dass die Bausteine Dich in deiner Leitungstätigkeit unterstützen. Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst, um die Inhalte verarbeiten zu können und dann auch wirklich etwas daraus mitzunehmen.
Wenn Du im DV Münster bist, guck einfach mal auf der Instagram-Seite oder hier auf der Homepage bei den Terminen. Darüber hinaus gibt es einen Signal-Kanal, der über aktuelle Themen zu Ausbildung im DV informiert. Hier geht’s zum Kanal!
Außerdem kannst Du auf der Webseite des Bundes (www.dpsg.de) Ausbildungstermine von anderen Diözesanverbänden finden, falls dir die Termine im DV nicht passen. Manchmal bieten auch einzelne Bezirke Bausteine an.
Starten solltest Du nach Möglichkeit mit den beiden Einstiegen. Diese sind die Grundlage für die anderen Bausteine, welche du dann in beliebiger Reihenfolge besuchen kannst.
Auf jeden Fall! Auch erfahrene Leiter*innen profitieren von der Reflexion, neuen Impulsen und dem Austausch mit anderen.
Es gibt in der DPSG einen Ausbildungspass. In diesem werden alle besuchten Bausteine festgehalten. Dadurch kannst Du ganz entspannt überall an Ausbildungsveranstaltungen teilnehmen. Pass gut auf den Ausbildungspass auf (Tipp: mache Fotos von deinem Pass) denn es wird nirgendwo anders festgehalten, welche Veranstaltungen du besucht hast.
Jein. Mit den Bausteinen, die du während der Modulausbildung absolviert hast, kannst du eine JuLeiCa beantragen. Wenn du zuerst eine JuLeiCa gemacht hast, können bestimmte Pflichtbausteine anerkannt werden. Die pfadfinderischen Inhalte werden dann bei uns vermittelt.
Es gibt zahlreiche Angebote außerhalb der Modul- und Woodbadgeausbildung. Du kannst uns beispielsweise auf MoVe besuchen, bei dem es immer auch Angebote neben den Modulen gibt. Der AK Ausbildung freut sich außerdem immer über motivierte Menschen, die ihr Wissen an andere weitergeben möchten – du könntest also Teamer*in werden .