Über den*die Autor*in
Seit 2005 besteht die Partnerschaft mit den bolivianischen Pfadfinder*innen und dem Diözesanverband Münster. Es gab immer wieder Begegnungen mit vielen Abenteuern in Bolivien und Deutschland, die allen Beteiligten viel Freude und internationale Erfahrungen brachten. Auf der letzten Diözesanversammlung wurde daher beschlossen, die Partnerschaft um weitere fünf Jahre zu verlängern. Im Jahr 2025 war eine Delegation aus unserem DV wieder dort – Lara war dabei und berichtet hier von ihren Erfahrungen.
Ein zentraler Bestandteil meiner Reise war die gelebte Partnerschaft zwischen der DPSG im Diözesanverband Münster und den Pfadfinder*innen in Bolivien, der Asociación de Scouts de Bolivia (ASB). Diese Verbindung besteht schon seit vielen Jahren und basiert für mich spürbar auf gegenseitigem Respekt, Austausch und echter Freundschaft.
Besonders beeindruckt hat mich, wie lebendig diese Partnerschaft ist: durch gegenseitige Besuche, gemeinsame Projekte und persönliche Begegnungen. So war beispielsweise erst 2024 eine Delegation aus Bolivien in Münster zu Gast. Dort habe ich das erste Mal Kontakt zu Ihnen gehabt und war gleich interessiert am Austausch, der diese Verbindung weiter stärkt.
Meine Reise nach Bolivien im Jahr 2025 war für mich eine unvergessliche Erfahrung voller Abenteuer, Begegnungen und neuer Eindrücke. Gemeinsam mit sechs weiteren Personen reiste ich als Teil einer Delegation an und tauchte schnell in das Leben vor Ort ein. Ich war gleich überwältigt, nicht nur vom traumatischen Straßenverkehr, sondern auch von allem anderen.
Während der Reise besuchte ich verschiedene Städte und konnte die kulturelle Vielfalt Boliviens hautnah erleben. Besonders beeindruckt haben mich Orte wie die Hauptstadt Sucre, das Museo Artecampo, in dem ich traditionelle Handwerkskunst kennenlernen durfte, sowie Samaipata mit seinen archäologischen Ausgrabungen und dem beeindruckenden Ritualfelsen. Diese Orte haben mir spannende Einblicke in die Geschichte und Traditionen des Landes gegeben.
Ein wichtiger Teil meiner Reise war der Austausch mit anderen Pfadfinder*innen. Ich traf Gruppen aus der Region Santa Cruz, knüpfte neue Freundschaften und verbrachte viel Zeit mit gemeinsamen Aktivitäten und Gesprächen. Zu lernen, was bei den Pfadfinder*innen in Bolivien so anders ist als bei uns, fand ich superspannend – vor allem in Hinblick auf die Traditionen. Diese Begegnungen haben die Reise für mich besonders wertvoll gemacht.
Neben dem kulturellen Austausch gehörten auch praktische und gemeinschaftliche Aufgaben zu meinem Programm. Ich habe mit einer Rover-Gruppe Bäume gepflanzt und Gruppenstunden im Freien miterleben dürfen. Gemeinsam mit der Gruppe durfte ich einige Herausforderungen meistern – zum Beispiel einen Reifenwechsel mitten im Dschungel.
Die Dschungeltour war ein echtes Highlight für mich. Dort besuchte ich unter anderem eine Schlangenstation, in der Schlangengift zur Herstellung von Gegengift gewonnen wird. Schon die Anreise war ein Erlebnis: Ganz nach dem Motto „the Bolivian Way“ ging es zuerst mit einem Truffi und anschließend auf der Ladefläche eines Pick-ups weiter.
Der Ausdruck „the Bolivian Way“ hat mich während der Reise immer wieder begleitet und wurde für mich zum Sinnbild der entspannten und offenen Lebensweise vor Ort.
Neben den vielen Aktivitäten probierte ich viele neue Speisen. Ich kann es nur empfehlen, sich vor Ort darauf einzulassen und Dinge zu probieren die auf den ersten Blick vielleicht nicht so lecker ausschauen oder ungewöhnlich erscheinen wie z.B. Empanadas: gefüllte Teigtaschen, die entweder mit Käse oder einer Art Eintopf gefüllt sind und dann mit Puderzucker zum Frühstück gegessen werden. Man sollte nur einen starken Magen haben oder etwas gegen Durchfall immer dabeihaben.
Bei Aktivitäten nahm ich mir auch bewusst Zeit, das Land in seiner ganzen Vielfalt wahrzunehmen und entdeckte die beeindruckende Natur – von Bergen bis hin zu weiten Flachlandschaften, die in der Trockenzeit oft von Waldbränden betroffen sind.
Besonders eindrucksvoll war für mich der Besuch in einem botanischen Garten, wo ich viel über die Pflanzen- und Tierwelt lernen konnte. Einige Tiere konnte ich sogar in freier Wildbahn beobachten: Faultiere, Tukane und Papageien, zahlreiche Insekten, Krokodile und sogar Spuren eines Jaguars. Diese Momente haben mich tief beeindruckt und werden mir lange in Erinnerung bleiben.
Gemeinsame Abende – wie ein „deutscher Abend“ – haben meine Reise zusätzlich bereichert und für viele schöne, verbindende Momente gesorgt. Wir hatten essen zubereitet, das die bolivianische Delegation 2024 in Deutschland superlecker fand. Also gab es Currywurst mit Reibekuchen und Kaiserschmarrn mit Apfelmus und Pumpernickel-Brot in Kombination.
Die Begegnungen während der gesamten Reise waren für mich geprägt von Offenheit und Herzlichkeit. Ob bei gemeinsamen Aktionen, Gesprächen oder im Alltag – es sind echte Freundschaften entstanden, die für mich weit über die Reise hinaus Bestand haben.
Insgesamt war die Bolivienreise 2025 für mich eine einzigartige Erfahrung. Ich habe nicht nur ein neues Land entdeckt, sondern auch meinen Horizont erweitert, kulturelle Unterschiede besser verstanden und wertvolle Freundschaften geschlossen. Diese Erfahrungen möchte ich gerne im Jahr 2027 nutzen, wenn die nächste Delegation wieder nach Deutschland kommt.
Übrigens: Empfehlung von mir gegen Durchfall ist Loperamid akut…