Über den*die Autor*in
Beim Weltjamboree trifft sich die Welt. Das hat aber auch seinen Preis. Die Teilnahme ist für deutsche Pfadfinder*innen sehr teuer und die Anreise meist sehr weit. Das Intercamp findet zentral in Europa statt und ist für die allermeisten bezahlbar.
Im Jahr 1967 fand das erste Intercamp in Wellerloi (NL) mit 400 Teilnehmenden statt. Seitdem wird es immer zu Pfingsten in einem anderen Land ausgerichtet.
Die beiden Hauptakteure Piet Deckers (NL) und Fred Wurm (Deutschland) hatten zum Ziel, die Völkerverständigung in Europa zu fördern. Mittlerweile ist die Liste der teilnehmenden Länder lang. Dazu zählen Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada, Niederlande, Polen, Tschechien, USA, Ukraine, Schweiz, Rumänien, Slowakei und weitere. Pfadfinder*innen aus den USA, Kanada und Großbritannien kommen aus den in Europa stationierten Militärbasen.
Die Teilnehmerzahl schwankt zwischen 2000 und 4000 Personen. Um den Austausch zu fördern ist das Alter auf Kinder und Jugendliche zwischen 11 und 16 Jahren begrenzt.
Wir Warendorfer Pfadfinder*innen fuhren das erste Mal 2005 zum Intercamp nach Maastricht (NL). Gruppenleiter Frank Winkler, Dieter Nissen und Lars Venne hatten sechs Jungs und zwei Mädchen im Auto. Wir waren echte Neulinge und so gab es manches Problem zu lösen.
Organisation und Ablauf des Intercamp sind stets gleich. Die Gruppen werden in Sub-Camps eingeteilt und versorgen sich selbst. So lernt man fremdartige Essgewohnheiten kennen. Als unsere Jungs vom Wasserholen kamen, wurden sie von den Amerikanern eingeladen. Es gab gegrillte Marshmallow zum Frühstück!
Das Intercamp beginnt immer mit einem Opening. Alle Gruppen gehen geschlossen zum Festplatz. Bei einem Opening ging sogar eine Dudelsacktruppe vorneweg. Es werden die Fahnen der teilnehmenden Länder gehisst. Spannend zu sehen, welche unterschiedlichen Kluften es gibt. Auf der Bühne wird das aktuelle Motto manchmal durch Schauspiel erläutert. Bei dem Motto „Be a hero“ kamen Superhelden auf die Bühne. An den zwei Tagen können die Kids an einem Hike teilnehmen oder an Stationsspielen Abzeichen erspielen. Am letzten Abend gibt es oft eine „lange Theke“. Da kann jede Gruppe Spezialitäten aus dem Heimatland anbieten. Mit Teller und Besteck geht es dann auf kulinarische Entdeckungsreise.
Dann beginnt das Abendprogramm mit einer Band. Das Intercamp schließt am Montag mit der Closing-Zeremonie. Alle versammeln sich wieder auf dem Plaza und es wird der Ausrichter für das nächste Lager bekannt gegeben.
Als wir 2016 in Josefov (Tschechien) waren, wurde der Staffelstab an uns Warendorfer weitergegeben. Das empfanden wir als große Ehre, da 2017 das Intercamp sein 50-jähriges Bestehen feiern konnte.
Seit 2005 fahren die Warendorfer Pfadfinder*innen fast jedes Jahr zum Intercamp und es ist immer wieder spannend. Die Kinder und Jugendlichen haben bleibende Erinnerungen und mancher hatte noch lange Jahre Kontakte zu ausländischen Pfadfinder*innen.
Bilder: Frank Winkler