Die internationale Arbeit der DPSG lebt von Begegnungen, Partnerschaften und dem gemeinsamen Einsatz für Verständigung über Grenzen und Sprachbarrieren hinweg. Im Bundesarbeitskreis Internationales (IAK) beschäftigen wir uns mit ganz unterschiedlichen Themen: von internationalen Begegnungen und Partnerschaften über Austauschprogramme und vieles mehr. Dabei arbeiten verschiedene Gruppen eng zusammen: der IAK selbst, die neu bei uns angeordnete AG Bolivien, die Deutsch-Französische Kommission und die SG Nahost. Außerdem gehört zum internationalen Bereich auf Bundesebene ein*e International Commissioner, der*die (in Jahren mit Europa- oder Weltkonferenzen gemeinsam mit Jungen Delegierten) die DPSG im Ausland und in der Internationalen Kommission des Ring deutscher Pfadfinder*innenverbände (rdp) vertritt.
Internationale Begegnungen schaffen Perspektivwechsel, fördern Verständnis für unterschiedliche Lebensrealitäten und stärken demokratische Werte. Teilnehmende erleben dabei ganz konkret, was Solidarität, Freundschaft und gegenseitiger Respekt bedeuten. Für uns ist internationales Engagement daher ein zentraler Bestandteil von Pfadfinden und unser Ziel ist es, allen DPSGler*innen die Möglichkeit zu geben, internationales Pfadfinden zu erleben. Das kann in ganz verschiedenen Formen passieren: natürlich durch die Teilnehme an einer internationalen Großveranstaltung, aber auch durch einen Besuch in einem internationalen Zeltplatz oder Pfadizentrum, durch Stammesbegegnungen oder ein Gespräch bei Pfingsten in Westernohe, wo wir im internationalen Dorf mit internationalen Helfenden abwechslungsreiches Programm schaffen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt derzeit auf der Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation in Bolivien, der Asociación de Scouts de Bolivia (ASB). 2025 wurde ein Partnerschaftsvertrag unterzeichnet, der nun Schritt für Schritt mit Leben gefüllt wird. Dafür haben sich sowohl auf deutscher als auch auf bolivianischer Seite neue Arbeitsgruppen gegründet. Im Mittelpunkt standen zunächst das gegenseitige Kennenlernen, der Aufbau von Strukturen und die Entwicklung gemeinsamer Arbeitsweisen. Perspektivisch sollen daraus gemeinsame Projekte, Begegnungen und langfristige Kooperationen entstehen.
Besonders erfreulich ist, dass sich bereits jetzt ein stabiles Netzwerk aus Menschen mit viel Herzblut für diese Freundschaft entwickelt hat. Gleichzeitig wird daran gearbeitet, bestehende Partnerschaften der Diözesanverbände stärker zu vernetzen und neue Kontakte aufzubauen. Die AG plant bereits das nächste bundesweites Bolivien-Netzwerktreffen.
Hier erfährst du, wie der letzte Besuch des DV Münster in Bolivien lief!
Nachdem die Deutsch-Französische Kommission viele Jahre lang ein stabiles Repertoire an Angeboten von bilingualen Begegnungsreisen hatte, ist es Zeit für Veränderung. Gemeinsam mit unserem französischen Partnerverband Scouts et Guides de France (SGDF) wurde ein strategischer Fahrplan entwickelt, um die deutsch-französische Partnerschaft langfristig neu zu stärken.
Ein zentraler Fokus bleibt die Unterstützung von Begegnungen zwischen Gruppen beider Verbände. Erfreulicherweise steigen die Anfragen nach deutsch-französischen Begegnungen wieder an. Gleichzeitig wird derzeit intensiv daran gearbeitet, Strukturen und Angebote so weiterzuentwickeln, dass sie besser zu den heutigen Realitäten beider Verbände passen. Die neuen Projekte werden voraussichtlich ab 2027 oder 2028 sichtbar werden – bis dahin liegt der Schwerpunkt vor allem auf der strategischen Weiterentwicklung.
Besonders eindrücklich zeigt sich die Bedeutung internationaler Freundschaft in der SG Nahost. Trotz der angespannten politischen Lage in der Region hält die Gruppe an ihren Freundschaften fest. Die SG pflegt enge Kontakte zu katholischen Pfadiverbänden in Jordanien, Palästina und Israel. Im Aufbau befinden sich gerade außerdem Kontakte nach Ägypten.
Die Entscheidung, Begegnungen und Austauschformate weiterzuführen, wurde ganz bewusst getroffen, gerade weil internationale Freundschaften in Krisenzeiten wichtiger denn je sind.
Aktuell arbeitet die SG Nahost an einem internationalen Treffen auf Zypern, bei dem Pfadfinder*innen aus Deutschland und den Partner*innen der SG zusammenkommen sollen. Außerdem wird eine Friendship Week vorbereitet, bei der sich Gruppen in Westernohe begegnen können.
Auch der IAK selbst entwickelt seine Arbeit weiter. Nach den positiven Erfahrungen bei PRISMA wurde beschlossen, die Präsenz internationaler Themen auf Bundesveranstaltungen auszubauen. Gleichzeitig entsteht derzeit ein sogenanntes „Representation-Kit“, das DPSG-Mitglieder dabei unterstützen soll, die DPSG bei internationalen Veranstaltungen und Begegnungen im Ausland zu vertreten.
Ein weiteres Projekt ist die Entwicklung einer Netzwerkkarte, die Kontakte von Stämmen und Gruppen zu internationalen Partner*innen sichtbar machen wird. Dadurch sollen Austausch, Kooperation und gegenseitige Unterstützung erleichtert werden.
Was alle diese Projekte verbindet, ist die Überzeugung, dass internationale Begegnungen Menschen verändern können. Wer gemeinsam unterwegs ist, voneinander lernt und Freundschaften über Ländergrenzen hinweg aufbaut, entwickelt Offenheit, Verantwortung und Vertrauen. Gerade deshalb bleibt internationales Pfadfinden eine wichtige Aufgabe der DPSG, die nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in DVs, Bezirken und Stämmen extrem wertvoll ist.
Wenn ihr für internationale Projekte Unterstützungsbedarf habt, meldet euch gerne bei uns!
Wenn dich die internationale Arbeit auf Bundesebene interessiert, melde dich gerne bei international@dpsg.de
Einige Gruppen suchen Verstärkung, insbesondere die Deutsch-Französisch Kommission aber auch die SG Nahost ist nicht voll besetzt. Die anderen Gruppe können zwar aktuell keine neuen Mitglieder aufnehmen, aber es gibt eigentlich immer Möglichkeiten, sich zu engagieren.
Zweimal im Jahr findet außerdem das rdp Seminar „Internationale Begegnungen leiten“ statt, bei dem man die nötigen Skills für eine Begegnung (bspw. auch Infos zu Fördermöglichkeiten) bekommt.
Als „Junge Delegierte“ vertreten zwei junge Erwachsene zwischen 18 und 26 Jahren die DPSG bei den Europa- und Weltkonferenzen der Weltpfadfinderorganisation WOSM. Dort bringen sie die Perspektiven junger Menschen in internationale Verbandspolitik ein, knüpfen weltweite Kontakte und nehmen am World Scout Youth Forum teil. Die Delegierten werden über ein Bewerbungsverfahren ausgewählt. 2025 waren Frieda und Joscha für die DPSG unterwegs. Ende 2026 wird die nächste Ausschreibung veröffentlicht – eine spannende Chance für alle, die internationales Pfadfinden aktiv mitgestalten möchten.
Alle Möglichkeiten sind hier noch mal aufgelistet.
Foto: Erik Aufschläger