Heute here, morgen there – Pfadfinden everywhere

Im Editorial erfahrt ihr, was euch in dieser Ausgabe erwartet - und, warum bei den Pfadfinder*innen internationale Zusammenarbeit gelebt wird.

Eine meiner lebendigsten Pfadfinder*innen-Erinnerungen ist schon 15 Jahre alt. Wir waren mit meinem Stamm im Sommerlager in Rüthen. So weit so normal. Die üblichen Geländespiele, der obligatorische Freibadbesuch, diverse Wespenstiche. Ein ganz durchschnittliches Zeltlager. Warum kann ich mich so viele Jahre später noch so gut daran erinnern? Im Rahmen der damaligen Jahresaktion der DPSG “Our world our challenge” haben wir während des Lagers Besuch von zwei südafrikanischen Pfadfindern bekommen, die mit uns zum Thema Umweltschutz gearbeitet haben. Für mich als Juffi ein unvergessliches Erlebnis. Denn dieser Besuch vom anderen Ende unseres Längengrades gezeigt hat, wie groß die internationalen Dimensionen unserer Jugendbewegung sind.

Viele meiner liebsten Erlebnisse meines Pfadi-Lebens sind internationale Erlebnisse:

  • Das Sommerlager 2015 auf dem Zellhof nahe Salzburg, wo es jeden Mittwoch einen Abend der offenen Töpfe gibt. Jede Gruppe bringt ihr Abendessen mit auf den zentralen Hof des Zeltplatzes und alle Teilnehmenden dürfen rumgehen und bei den anderen das Essen probieren.
  • Die Aussendungsfeier des Friedenslichtes in Wien, wo Tausende internationale Pfadfinder*innen zusammenkommen. Mit einem Mädchen aus Tschechien habe ich danach noch einige Monate eine Brieffreundschaft gepflegt.
  • Oder das finnische Jamboree mit 17.000 Pfadfinder*innen mit Saunen auf dem Zeltplatz und Kartoffelkuchen zum Frühstück.

Beim Pfadfinden internationale Zusammenarbeit leben

Viele von euch werden ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Und von genau diesen Erlebnissen wollen wir in dieser Ausgabe erzählen. Denn Pfadfinden ist eben vor allem auch eine internationale Jugendbewegung und wir haben in dieser Bewegung die unglaubliche Chance zum einen internationale Zusammenarbeit zu leben und voneinander, von unseren Unterschieden und Gemeinsamkeiten zu lernen. Und zum Zweiten haben wir die Möglichkeit, Kindern und Jugendlichen zu zeigen, wie wertvoll diese internationale Zusammenarbeit ist und wie viel stärker wir sein können, wenn wir miteinander leben und arbeiten. Mit Blick auf die weltpolitischen Entwicklungen und das nationalistische Gegeneinander der Gegenwart ist das vermutlich eine der schönsten Erfahrungen, die uns diese Jugendbewegung ermöglicht. Deshalb soll diese Verbandszeug-Ausgabe diese Schönheit besingen und zugleich gute Anleitungen und Tipps bereithalten, die auch deinem Stamm ein Sommerlager im Ausland erleichtern.

Pfadfinder*innen finden sich

Lasst mich eine Erfahrung anfügen: 2018 war ich für ein Praktikum in Irland. Über meine Erfahrungen bei den irish girl guides habe ich bereits geschrieben. Stattdessen möchte ich euch folgendes erzählen: Auf einem Wochenendtrip nach Galway habe ich im Hostel eine junge Frau kennengelernt – Laura aus Chile. Wir haben zusammen Ausflüge gemacht, waren abends im Pub und haben uns einfach super verstanden. Kein Wunder, denn nach zwei Tagen hat sich herausgestellt: Laura ist ebenfalls Pfadfinderin, nur halt auf der anderen Seite der Welt. Und so hatten wir direkt noch mehr Gesprächsstoff.

Die Botschaft? Easy: Pfadfinden ist international. Und das ist wunderschön.

Ps.: Habt ihr auch eine coole Geschichte zu erzählen?

Dann schreibt sie uns an ak.kom@dpsg-muenster.de.

Über den*die Autor*in

Lioba Vienenkötter

Lioba ist Referentin für Kommunikation und Medien im DV Münster.