Interview Dr. Gregor von Fürstenberg (55)  

1982 habe ich mit Freunden den DPSG Stamm St. Petronilla Handorf gegründet. Dort war ich stellvertretender und später Stammesvorsitzender. Da mich die „Eine Welt“- Arbeit besonders interessiert hat, bin ich […]

1982 habe ich mit Freunden den DPSG Stamm St. Petronilla Handorf gegründet. Dort war ich stellvertretender und später Stammesvorsitzender. Da mich die „Eine Welt“- Arbeit besonders interessiert hat, bin ich dann in den „Eine Welt“- Arbeitskreis des DPSG Diözesanverbandes gegangen. Ab 1989 habe ich mich im entwicklungspolitischen Bundesarbeitskreis der DPSG engagiert. 1992-1994 war ich BDKJ Diözesanvorsitzender in der Diözese Münster.  

  

  • „Pfadfinden ist politisch“ – Kannst Du mit dieser Aussage etwas für Dein pfadfinderisches Leben anfangen? 
     

Ja klar, Pfadfinden ist immer politisch. So haben wir es zumindest von Anfang an verstanden. Der Auftrag von Baden-Powell ist, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als wir sie vorgefunden haben. Den Satz zitiere ich bei missio immer wieder. 
 

  • Du hast einen Stamm gegründet. Hat Pfadfinden etwas mit Deiner jetzigen Aufgabe bei missio zu tun? 
     

Ohne die DPSG wäre ich sicherlich nicht der, der ich heute bin. Mich hat diese Jugendzeit entscheidend geprägt. Dafür bin ich zutiefst dankbar. Nun ist es fast 40 Jahre her, dass wir den Stamm St. Petronilla Handorf gegründet haben. Damals haben wir uns eingesetzt für die Bewahrung der Schöpfung und zum Beispiel eine große Müllsammelaktion in Handorf gestartet. Da haben wir Spaß mit etwas Gutem verbunden. Ich habe mich dann entschieden, auch in meinem Beruf etwas zu tun, was mein pfadfinderisches Engagement weiterführt. 
 

  • „Vizepräsident“ bei missio – was bedeutet das in drei Sätzen? 
     

Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Die Spenden, die wir erhalten, geben wir den besten Projektpartner*innen der Welt. Die Ordensschwestern z. B., mit denen wir zusammenarbeiten, sind wahre Heilige, die sich um die Ärmsten der Armen kümmern. 
 

  • Welchen (politischen / gesellschaftlichen) Einsatz der Pfadfinder*innen wünschst Du Dir? 
     

Ich finde es toll, dass die DPSG-Stämme die Schutzengel- Aktion von missio unterstützen und zum Beispiel ihre alten, nicht mehr gebrauchten Handys an missio senden, damit wir sie recyceln können. Der Gewinn aus dem Recycling fließt in unsere missio-Projekte in der Demokratischen Republik Kongo. Der Bürgerkrieg im Kongo wird über den Coltan-Abbau dort finanziert. In dem wir unsere Handys recyceln und damit kein Coltan aus dem Kongo mehr für unsere Handys brauchen, drehen wir den Kriegsparteien den Geldhahn zu. 

Über den*die Autor*in

Dr. Gregor von Fürstenberg