Wie wäre es mit deinem eigenen, kleinen Abenteuer? Direkt vor der Haustür. Frei nach dem Motto: Jeden Monat schlafe ich mindestens eine Nacht draußen. Der Aufwand ist (zumindest jetzt im Sommer) gering, und der Nutzen enorm, voraus gesetzt es gelingt die eigene Trägheit zu überwinden.
Bei mir ist es noch nicht lange her, dass ich unterwegs gewesen bin. Dieses Mal zu zweit.
An einem Montagnachmittag steige ich um halb sechs in den Bus. An der Endhaltestelle wartet bereits mein Freund Stefan. Wir haben dabei, was wir für einen sogenannten Overniter benötigen. Schlafsack, Isomatte und noch ein paar Fressalien. Kein Zelt, kein Tarp, und auch keinen Kocher. Nur einen Topf haben wir uns erlaubt.
Wir befinden uns jenseits des Stadtrands im ländlichen Terrain. Wir wandern noch einige Zeit in eine vorher ausgemachte Richtung. Eine Stunde vor Dunkelheit suchen wir uns ein Plätzchen für ein Nachtlager. Gerne im Grünen, abseits ausgetretener Pfade. Unterwegs haben wir noch eine leere Konservenbüchse gefunden, aus der wir uns einen Hobo-Kocher improvisieren, damit die Küche nicht kalt bleibt.
Lager „bauen“, Brennmaterial finden, Wasser besorgen, runter kommen, wahrnehmen wie die Natur vom Tag- in den Nachtmodus hinübergleitet, Tee kochen, sich was erzählen, Sterne funkeln durch das Blätterdach des kleinen Wäldchens, etwas raschelt im Unterholz, es sich im Schlafsack gemütlich machen, für den Moment Teil von etwas sein, das größer ist als man selbst, am nächsten Morgen aufwachen von Vogelgezwitscher und dem Klopfen eines Spechts, … und nach einem Müsli-Frühstück und einem kleinen Spaziergang geht es mit dem Bus zurück, direkt zur Arbeit.
Von solchen kleinen Fluchten aus dem Alltag zehre ich mehrere Wochen.
Und wann gehst du los?