Kurzinterview: Positive Lebenseinstellung – wie geht das? 

Eine positive Lebenseinstellung hilft dir! Das haben viele von uns nicht nur bereits zu hören bekommen, sondern auch selbst schon anderen geraten. Als wenn damit alles klar wäre und man […]

Eine positive Lebenseinstellung hilft dir! Das haben viele von uns nicht nur bereits zu hören bekommen, sondern auch selbst schon anderen geraten. Als wenn damit alles klar wäre und man einfach nur loslegen müsste. Um dieses Allheilmittel mal etwas genauer zu beleuchten, haben wir jemanden gefragt, der sich damit auskennt. 

Diplom-Psychologe Christian Steil arbeitet seit 2007 als psychologischer Psychotherapeut und hat uns die wichtigsten Fragen in diesem Kurzinterview beantwortet. 

  1. Was bedeutet es für Sie eine positive und optimistische Lebenseinstellung zu haben? 

Vertrauen zu haben in die eigenen und gemeinschaftlichen Fähigkeiten zur Bewältigung der Anforderungen, Schwierigkeiten und unerwarteten Ereignissen, die das Leben mit sich bringt. 

  1. Nach einer so langen Zeit der Pandemie fällt es vielen schwer, sich eine positive Lebenseinstellung zu bewahren. Was würden Sie da raten? 

Die eigenen Grenzen anerkennen und respektieren, auch mal nicht gut drauf sein und positiv eingestellt sein dürfen. In Kontakt und Beziehung zu nahestehenden Menschen gehen und sich klar machen, dass die Dinge auch immer anders werden können. 

  1. Sie sind psychologischer Psychotherapeut. Welche Methoden üben Sie mit Ihren Patient*innen ein, damit diese einen positiveren Blick aufs Leben bekommen können? 

Ehrlich gesagt gar keine – ich arbeite mit meinen Patient*innen daran ihre individuellen Therapieziele zu erreichen und helfe Ihnen dabei, die Symptome ihrer Erkrankungen wie Ängste und Depression zu reduzieren und ihre Verhaltensprobleme zu bewältigen. Weniger grübeln und sich sorgen, Verhaltensweisen aufbauen und fördern, die zum eigenen Wohlbefinden beitragen. Unter anderem. 

  1. Im Kontext mit positivem Denken wird häufig auch der Begriff „Achtsamkeit“ benutzt. Was bedeutet das für Sie und wie können wir uns in mehr Achtsamkeit üben? 

Für mich bedeutet das meine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen (Gedanken, Gefühle, Erinnerungen usw.) wahrzunehmen und sie in Ruhe zu lassen, also nicht zu versuchen sie zu beeinflussen. Üben braucht man das m.E. nicht so sehr, man muss es vor allem tun. 

  1. Was ist Ihr ganz persönlicher Tipp für mehr Optimismus und Achtsamkeit im Alltag? 

Mein Tipp wäre, Medien – vor allem Smartphone/Social Media und Nachrichten – bewusst und dosiert zu nutzen. Dafür mehr Erfahrungen mit und in der Natur zu sammeln. 

Über den*die Autor*in

Lioba Vienenkötter

Lioba ist Referentin für Kommunikation und Medien im DV Münster.