Wenn ich an unsere Stämme denke, dann denke ich an das, was unseren Verband wirklich trägt. Es sind eben nicht nur die Strukturen, nicht nur die großen Konzepte, sondern vor allem die Menschen vor Ort – unsere Leiterinnen und Leiter, die Woche für Woche Gruppenstunden gestalten, Sommerlager planen, Verantwortung übernehmen und junge Menschen auf ihrem Weg begleiten. 122 Stämme gibt es aktuell in unserem Diözesanverband Münster, sie sind der Motor, der alles antreibt. Denn ohne die gute Arbeit an der Basis wäre alles, was wir auf Diözesanebene planen, nur ein schönes Konstrukt.
Ich bin überzeugt: Die Qualität unserer Arbeit steht und fällt mit der Ausbildung und Haltung unserer Leitenden. Es reicht nicht, einfach nur „irgendwas“ zu machen, sondern wir wollen gute, sichere und zukunftsfähige Kinder- und Jugendarbeit leisten. Dafür braucht es gut ausgebildete Leitende, die wissen, was sie tun. Menschen, die sich mit Prävention auskennen, Verantwortung übernehmen und den Mut haben, hinzuschauen, wo andere wegsehen. Gewaltschutz und Kinderschutz sind für uns keine Anhängsel, sondern Herzstücke unseres Selbstverständnisses. Wir wollen sichere Orte schaffen, an denen Kinder und Jugendliche wachsen dürfen und das in Vertrauen, in Freiheit und mit Freude.
Aber Ausbildung ist noch viel mehr: Sie ist die Einladung, sich selbst weiterzuentwickeln. Leitungskompetenz heißt für mich, bereit zu sein, immer wieder Neues zu lernen und das über andere, über sich selbst und über den Verband. Pfadfindersein ist keine Freizeitbeschäftigung, die man „mal eben so“ macht. Es ist eine Haltung. Es ist das Bewusstsein, dass ich als Leiter*in einen Unterschied mache – für junge Menschen, für meine Gruppe, für unsere Gesellschaft.
Und das zeigen viele unserer Stämme auf beeindruckende Weise.
Ein Stamm hat ein 24-Stunden-Spiel entwickelt, bei dem die Teilnehmenden einen ganzen Tag lang komplett in einer „Story” unterwegs waren und was ich gehört habe, mit riesigem Spaß, voller Kreativität und Teamgeist. Ein anderer Stamm hat die Herausforderung angenommen, ein ganzes Lager ausschließlich mit veganer Verpflegung zu gestalten – und am Ende waren selbst die größten Skeptiker begeistert. Wieder andere achten darauf, ihre Lagerplätze so auszuwählen, dass sie mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind – ein echter Beitrag zum Klimaschutz und zur gelebten Nachhaltigkeit.
Diese Ideen sind nicht nur kreative Highlights. Sie zeigen, wie vielfältig, mutig und zukunftsorientiert unsere Stämme arbeiten.
Ich wünsche mir, dass wir diese „Knallerideen“ stärker miteinander teilen. Denn was in einem Stamm funktioniert, kann auch andere inspirieren. Wir müssen das Rad nicht ständig neu erfinden, aber wir können voneinander lernen.
Darum mein ganz praktischer Aufruf:
Schickt uns eure Knallerideen! Erzählt uns von euren besonderen Aktionen, kreativen Methoden oder inspirierenden Projekten. Wir möchten sie über die Verbandszeug vorstellen, damit möglichst viele Stämme davon profitieren können. So entsteht Stück für Stück eine große Wand voller Ideen.
verbandszeug@dpsg-muenster.de
Denn ihr seid unser Herzschlag. Danke, dass es euch gibt!
Bild: Andreas Krüskemper