Notfallmanagement und Kinderschutz

Das Notfallmanagement ist eine wichtige Säule des Kinderschutz im DV Münster. Von zu Hause aus unterstützt es euch in Krisensituationen in eurem Zeltlager.

Es ist wieder Sommer und die Ferien nahen. Viele Stämme und Gruppen machen sich dann auf den Weg ins Lager oder gehen auf große Fahrt. Eine Einrichtung, die euch dabei unterstützt ist das Notfallmanagement.

In diesem Artikel wollen wir beleuchten, was das Notfallmanagement ist und warum es ein wichtiger Baustein in Sachen Kinderschutz im Lager ist.

Was ist das Notfallmanagement?

Das Notfallmanagement (NFM) wurde ins Leben gerufen, um Lagerleitungen und Betreuende in kritischen Situationen zu unterstützen. Sein Ziel ist es, Handlungssicherheit zu schaffen, damit im Ernstfall kluge und besonnene Entscheidungen getroffen werden können. Ob durch Recherche, Beratung oder organisatorische Hilfe – das NFM-Team steht euch zur Seite, wenn unvorhergesehene Herausforderungen auftreten.

Das Notfallmanagementkonzept besteht aus drei Bausteinen:

Der Notfallplan

Bevor das Lager startet, sollte der Notfallplan ausgefüllt werden. Auf einer übersichtlichen Seite werden alle wichtigen Kontaktdaten zusammengefasst: Informationen zum Ort des Lagers, Adressen von nahegelegenen Krankenhäusern, Ärzten und weiteren Anlaufstellen.

Der ausgefüllte Plan sollte im Lager dann gut sichtbar aufgehängt werden, zum Beispiel im Küchenzelt. So ist im Notfall alles schnell zur Hand.

Optimal ist es, diesen Plan vorab im Diözesanbüro einzureichen, damit auch das NFM-Team informiert ist.

Die Notfallumschläge

Der Notfallumschlag ist für die Teilnehmenden gedacht. Alle wesentlichen für das Lager relevanten Aspekte werden dort abgefragt. Bei minderjährigen Kindern die Fragen der Aufsichtspflicht, für alle zudem alle medizinisch relevanten Informationen.

Jeder Teilnehmende (oder die Eltern) sollten vor der Abfahrt den Notfallumschlag ausfüllen und dann mit Impfausweis und Krankenkassenkarte bei der Abfahrt abgeben. Diese werden gesammelt in einem Notfallordner verwahrt, der während des Lagers leicht zugänglich sein muss. So sind im Ernstfall alle medizinisch relevanten Informationen sofort verfügbar.

Die Vorlage könnt ihr hier herunterladen und für eure Veranstaltung individuell anpassen. Ihr habt Bungee-Springen oder Dino-Reiten als Programmpunkt geplant? Dann ergänzt das, so dass die Eltern euch hierzu bewusst das OK geben.

Die Notfall-Hotline

Während der Ferien in NRW und Niedersachsen ist das NFM-Team 24 Stunden erreichbar! Außerhalb der Ferien zu den üblichen Bürozeiten.

Hier könnt ihr im Notfall, aber auch bei Unklarheiten und Rückfragen anrufen und euch Rat und Unterstützung einholen.

Sei es, wenn das Wetter euch einen gehörigen Strich durch die Planung gemacht hat, wenn ihr irgendwo im Nirgendwo gestrandet seid, eure Lagerkasse plötzlich verschwunden oder ein Streit unter den Teilnehmenden die Stimmung im Lager zerschossen hat. Es gibt immer wieder Situationen, bei denen die Sicht von außen eine gute Hilfe sein kann. Und die Hoheit über alle Entscheidungen liegt immer noch bei der Lagerleitung und den Leitenden.

Wichtig: Im akuten Notfall immer zuerst den Notruf (112) wählen!

Und falls ihr euer Lager vergessen habt anzumelden: Keine Sorge, auch nicht angemeldete Gruppen dürfen sich jederzeit an die Hotline wenden.

Checkliste Lagervorbereitung

Hier dann noch eine kleine Checkliste, für die letzten Vorbereitungen,

  • Das Notfallmanagement über euer Lager informieren und den Notfallplan weiterleiten!
  • Pro Tipp: Meldet euch rechtzeitig und staubt im DiBü noch eine Rote Notfallmappe ab
  • Notfallumschlag herunterladen, Stammeslogo drauf, ergänzen und dann zum Ausfüllen an die Eltern senden
  • Nötige Versicherungen abschließen (im Zweifelsfall im Diözesanbüro informieren!)
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung überprüfen und vervollständigen.
  • In der Leitendenrunde einen Ort vereinbaren, an dem im Lager Notfallplan, Teilnehmerlisten und die Notfallumschläge der Teilnehmenden und Leitenden gesammelt werden (z.B. Server, Intranet, wasserdichte Box, usw.).
  • Einen Elternabend planen, an dem wichtige rechtliche Rahmenbedingungen abgeklärt werden können. Auf diesem Elternabend das Prozedere bei einem Notfall erklären.

Was hat das Notfallmanagement mit Kinderschutz zu tun?

Das Notfallmanagement hat ein klares Ziel: Alle sollen gesund und sicher nach Hause zurückkehren und die beste Zeit im Lager gehabt haben. Das Notfallmanagement mit seinen Bausteinen schafft den Rahmen, damit Lagerleitungen und Leitende ihre Verantwortung für den Schutz der Kinder und Jugendlichen optimal wahrnehmen können. Durch klare Strukturen und schnelle Hilfe in Krisensituationen trägt es dazu bei, dass sich alle im Lager wohl und sicher fühlen.

Auch bei einem möglichen Präventionsfall, bei Zwischenmenschlichen Konflikten oder einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung hilft das Notfallmanagement gerne. Das Team unterstützt dabei die Situation gut einzuordnen, bedacht vorzugehen und vermittelt gerne an die richtigen Stellen.

Die Notfall AG

Hinter dem Notfallmanagement steht ein engagiertes Team, das sich regelmäßig austauscht, weiterbildet und das System stetig verbessert. Du möchtest mitwirken?
Dann melde dich, wenn:

✅ du innerhalb von 15 Minuten Internetzugang hast,
✅ zuverlässig bist,
✅ auch nachts erreichbar sein kannst,
✅ Interesse an der Notfallmanager-Schulung hast.

NotfallAG@dpsg-muenster.de

Fazit: Sicherheit schafft Freiraum für unvergessliche Erlebnisse

Ein gut vorbereitetes Lager, bei dem auch Krisensituationen schon vorgedacht sind, gibt nicht nur Sicherheit, sondern ermöglicht erst unbeschwerte Lagererlebnisse. Denn wenn alle wissen, wie im Ernstfall gehandelt wird, bleibt mehr Raum für Spaß, Abenteuer und Gemeinschaft.

Also: Bereitet euch vor – und dann kann der Sommer kommen!

Bild: Arne Leusing

Über den*die Autor*in

Digge Schmedding

Digge ist der ehemalige Diözesanvorsitzende bis 2024. Jetzt ist er Mitglied im Bundesamt Sankt Georg e.V., dem Rechtsträger der Bundesebene. Nebenbei schreibt er auch ab und an für die VZ. […]