Kein Stromanschluss, dafür Kamin, Feuerstelle und jede Menge Platz: Das Pfadfinderhaus der DPSG Senden ist Dreh- und Angelpunkt des Stammeslebens. Getragen von einem eigenen Trägerverein, ermöglicht es spontane Aktionen, kurze Wege und ein starkes Gemeinschaftsgefühl – verlangt aber auch dauerhaftes Engagement.
Ein Haus mitten im Grünen, direkt am Wald, mit einer großen Wiese, Feuerstelle und Platz für Zelte: Für die DPSG Senden ist das eigene Pfadfinderhaus genau dieser Ort. Bis zu 20 Personen finden im Haus Platz, geschlafen wird auf dem Boden oder auf der Empore über dem Hauptraum. Ein Kamin macht das Haus ganzjährig nutzbar. Strom im klassischen Sinne gibt es nicht – lediglich eine Solaranlage liefert seit 2008 Energie für etwas Licht. Fließendes Wasser und eine Außentoilette gehören ebenfalls zur Grundausstattung.
Was das Haus für den Stamm bedeutet, erläuterten Alicia Lammert, Stammesvorsitzende in Senden, und Thomas Kerkenhoff, Vorsitzender des Trägervereins. Viele Gruppenstunden finden direkt dort statt, Wochenendlager lassen sich ohne großen Planungsaufwand umsetzen, selbst im Hochsommer. Wiese und Wald liefern das Programm oft gleich mit: Spiele, Erkundungen, Feuerrunden oder einfach draußen sein. Aktivitäten, die andernorts aufwendig organisiert werden müssen, sind hier unkompliziert möglich.

Gleichzeitig ist das Haus ein echter Gemeinschaftsort. Bei parallel laufenden Gruppenstunden treffen unterschiedliche Stufen aufeinander, groß und klein begegnen sich ganz selbstverständlich. Das stärkt das Wir-Gefühl – nicht als Konzept, sondern ganz praktisch.
Damit das so bleibt, steckt allerdings viel Arbeit dahinter. Rasen mähen, Grünschnitt, Pflege der Außenanlagen, Reparaturen und regelmäßiges Putzen gehören genauso dazu wie kleinere Umbauten oder Erweiterungen. Diese Aufgaben werden vollständig ehrenamtlich gestemmt. Mehrmals im Jahr kommen Mitglieder zu gemeinsamen Hausaktionen zusammen, zusätzlich gibt es Treffen für größere Projekte.
Organisiert wird all das über den Trägerverein, der das Haus besitzt und verwaltet. Er trägt die Verantwortung für Unterhalt, Wartung und Finanzierung – komplett ohne Zuschüsse. Die nötigen Mittel kommen vor allem durch die Vermietung an andere Gruppen zusammen. Für den Stamm hat dieses Modell einen klaren Vorteil: Er erhält ein Vorzugsrecht bei der Belegung und kann Wochenenden und Termine fest einplanen, die nicht vermietet werden.
Auch beim Bau lief vieles vereinsintern. Rechtliche Vorgaben wie Baugenehmigung und Statik waren natürlich Thema, wurden aber von Fachleuten aus Stamm und Hausverein übernommen. Kurze Wege, klare Zuständigkeiten – auch hier zeigt sich, wie hilfreich ein eigener Trägerverein sein kann.
Erste Planungen in den 1980er Jahren sahen vor, das Haus in eine parallel entstehende Kleingartenanlage zu integrieren. Wer schon mal einen Blick in die Satzung eine Kleingartenvereins geworfen hat, kann sich vorstellen, dass Konflikte vorprogrammiert gewesen wären. So kam es schnell zum Entschluss, statt einer Einheit lieber eine Nachbarschaft zu bilden – eine Entscheidung, die sich bis heute bewährt hat.

Nach außen hat das Haus längst Wirkung entfaltet. Viele Menschen in Senden verbinden den Stamm unmittelbar mit dem Gelände und dem Haus, auch wenn es formal vom Trägerverein geführt wird. Veranstaltungen wie eine Grillstation für Radwanderer am 1. Mai, Gruppenaktionen oder Vermietungen, beispielsweise für die Stadtranderholung in den Sommerferien, machen das Grundstück sichtbar und verankern den Stamm im Ort.
Das Pfadfinderhaus der DPSG Senden zeigt, was ein eigener Ort leisten kann: kurze Wege, viel Freiheit in der Programmgestaltung und ein starkes Gefühl von Zuhause. Gleichzeitig macht es deutlich, dass ein solches Projekt nur mit dauerhaftem ehrenamtlichem Einsatz und klarer Organisation funktioniert – getragen von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.
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Bilder: Andreas Krüskemper