Spaß, Abwechslung und ein Gefühl von Gemeinschaft- meine Erfahrungen und Ideen für Sippenstunden als Juffi-Leiterin

 Hallo ich bin Sina und Leiterin bei den Juffis. Zu Beginn erst einmal eine Frage an Euch, was hat Euch damals in den Sippenstunden am meisten Spaß gemacht? Was ist Euch […]

 
Hallo ich bin Sina und Leiterin bei den Juffis. 
Zu Beginn erst einmal eine Frage an Euch, was hat Euch damals in den Sippenstunden am meisten Spaß gemacht? Was ist Euch in Erinnerung geblieben? 
 
Eine Sippenstunde für 12 Juffis vorzubereiten, die unterschiedliche Interessen haben, sich für verschiedene Themen interessieren und ganz unterschiedlich motiviert sind, stellt einen ab und zu vor eine Herausforderung. 
Ich denke, in einer Sippenstunde sollten die Kinder und Jugendlichen ein Gemeinschaftsgefühl erfahren, sich als Teil einer Gruppe wahrnehmen, Selbstvertrauen gewinnen, eigene Ideen einbringen und natürlich Spaß haben. Das alles in eine Sippenstunde zu bringen, die nur eineinhalb Stunden geht, ist fast unmöglich. Durch Abwechslung, verschiedene Methoden und kreative Ideen kann eine Sippenstunde ein Ort sein, wo die Kinder und Jugendliche diese Erfahrungen im Laufe des Sippenjahres machen können. 

Zu Beginn des Sippenjahres sammeln wir mit den Kindern Ideen für die gemeinsamen Sippenstunden. Sie können alle verrückten, kreativen, unmöglichen und lustigen Ideen nennen. Wir versuchen im Laufe des Jahres viele Vorschläge mit einzubringen und umzusetzen, sodass die Juffis Mitbestimmung erfahren und ein Teil der Sippenplanung sind.  

Mein Mitleiter und ich planen unsere Sippenstunden gerne im Voraus, sodass wir mit einem Plan in die Sippenstunde hineingehen können. Wir teilen uns anstehende Aufgaben und Vorbereitungen auf. Einige Sippenstunden benötigen mehr Vorbereitungen und sind aufwendiger zu planen, manche Sippenstunden planen sich schnell und ohne wenig Vorbereitung. Zudem sind wir immer offen für die Ideen der Juffis.   

Unsere Juffis sollen in den Sippenstunden Erfahrungen durch das Erleben machen. Im Laufe des Jahres stellen wir unsere Juffis vor verschiedene Herausforderungen und Kooperationsübungen, die zum Teil aus der Erlebnispädagogik kommen. Wir machen zum Beispiel Übungen wie ‚das Pendel‘; ‚Personentransport‘; ‚Platzwechsel‘; ‚Blinde Geometrie‘; ‚gemeinsame Künstler:innen‘; ‚Gefahrentransport‘; ‚Flussüberquerung‘; ‚der magische Zauberstab‘; ‚Zombie Apokaplypse‘; ‚Lebendige Murmelbahn‘ oder ‘das Raumschiff‘  oder weitere Variante der Übungen und neue Spiele, die wir kennenlernen.  Im Anschluss reflektieren wir mit den Juffis, um das Erlebte greifbarer zu machen. Die Kooperationsübungen verteilen wir über das Sippenjahr, sodass die Gruppe immer mal wieder vor einer Herausforderung steht, die sie gemeinsam bewältigen muss.  
Zudem spielen wir gerne viele Bewegungsspiele. Ein absolutes Highlight bei dein Juffis ist ‚Mr. (oder) 

Ms. Kontakto‘, ‚das Rasenmäherspiel‘, eine klassische Runde ‚Verstecken-Freischlagen‘ oder auch ‚Fan Schnick Schnack Schnuck‘. Die Juffis freuen sich ‚frei‘ zu spielen und sich auszutoben. Nach einem langen Schultag und wenig Bewegung kann die Sippenstunde ein guter Ausgleich zu dem (Schul-)alltag sein. Im Frühjahr und Sommer, wenn wir draußen am Haus sind, darf eine Schatzsuche durch den Wald mit Rätseln und Wegzeichen nicht fehlen und gemeinsame Feuerrunden mit Stockbrot, Ukulele und Gesang. Und es ist immer Platz für eigene Spielvorschläge.  
 
Nun wo die Herbst- und Winterzeit gestartet ist, sind unsere Sippenstunden nicht mehr am Pfadfinderhaus, sondern in einem Pfarrheim.  Vor ein paar Wochen haben wir das Chaosspiel gespielt, und das absolute Highlight der Juffis ‚Werwölfe‘. Außerdem wird in unseren Sippenstunden dann gebastelt, gekocht oder gemeinsam gebacken.  
 
Jedes Jahr gehen wir ein gemeinsames Sippenprojekt an. Die Juffis haben die Aufgabe allein verschiedene Idee für ein Projekt zu sammeln, sich für eine Idee zu entscheiden, die Idee durchzuplanen und umzusetzen.  Am Ende reflektieren wir gemeinsam das Projekt. Für das Projekt nehmen wir uns mehrere Sippenstunden Zeit. Im letzten Jahr haben sich die Juffis einen Gruselabend ausgedacht mit Spielen, Verkleidungen und Snacks. Ich bin sehr gespannt, was sich unsere diesjährige Sippe ausdenkt.  
 
Das Pfadfinder*innen-Versprechen ist in unserem Sippenjahr ein Highlight für die Juffis. In diesem Zusammenhang lernen die Juffis etwas über die Geschichte und die Gesetze der Pfadfinder:innen und vieles über die eigene Rolle als Pfadfinderin und Pfadfinder. Zum Abschluss unserer Versprechensreihe bekommen die Kinder ihre Aufnäher und Tücher am Lagerfeuer überreicht. 
 
Unsere Sippenstunde sind mal etwas aufwändiger vorbereitet und mal ohne große Vorbereitung und spontan. Ich denke, eine Sippenstunde sollte die Kinder und Jugendliche aus ihrem Alltag herausholen und ihnen Spaß, Abwechslung und eine tolle Zeit bieten! Die Sippenstunden können die Kinder und Jugendlichen dabei unterstützen couragiert, offen und selbstständig zu werden. Die Kinder und Jugendlichen sind ein Teil von einer Gemeinschaft, sie lernen aufeinander Rücksicht zu nehmen und gemeinsam stark zu sein. Ich denke immer noch gerne an meine eigenen Sippenstunde zurück und meine Zeit als Juffi. Solche positiven Erinnerungen wünsche ich mir auch für meine Juffis.  

Sina Hagelschuer, DPSG Senden 

Kooperationsübungen 

Das Pendel 

Die Gruppe bildet einen engen Kreis. Eine Person stellt sich in die Mitte des Kreises und wird sanft von der Gruppe hin und her „geschubst“. Die Person in der Mitte wird von der Gruppe gehalten. Vor dieser Übung sollte die Gruppe sich bereits kennen und es ist wichtig vorab darüber zu sprechen, ob es für die Teilnehmenden in Ordnung ist, von der Gruppe berührt zu werden und es müssen Grenzen festgelegt werden.  

Personentransport  

Es wird ein Seil zwischen zwei Bäume gespannt. Die Höhe kann je nach der Größe der Teilnehmenden variieren, es sollte dennoch darauf geachtet werden, dass es für die Gruppe eine Herausforderung darstellt. Um die Situation herum können die Leitenden sich eine Geschichte überlegenen (das Seil ist verzaubert/ Stromzaun/etc.) sodass es der Gruppe nicht erlaubt ist das Seil zu berühren. Die Aufgabe besteht darin, dass alle Teilnehmenden der Gruppe auf die andere Seite gelangen müssen. Hilfsmittel stehen dabei nicht zur Verfügung. Sobald das Seil berührt wird, muss die Gruppe von vorne beginnen. Die Gruppe muss sich etwas einfallen lassen und gemeinsam eine Strategie entwickeln.  

Lebendige Murmelbahn 

Alle Teilnehmenden bekommen ein langes Rohr oder eine Küchenrolle in die Hand. Die Aufgabe ist es eine Murmel von einem Startpunkt aus in das Ziel zu befördern. Dabei sind keine Hilfsmittel außer die Röhren erlaubt. Die Gruppe muss durch Absprachen und Überlegungen versuchen eine gemeinsame Einheit und eine Murmelbahn zu werden, um die Murmel in das Ziel zu befördern. Dabei können die Leitenden sich wieder eine Geschichte rund um die Murmel ausdenken.  

Das Raumschiff 

Für das Raumschiff wird ein Kreis oder eine beliebige Form aus einem langen Seil auf dem Boden gelegte. Dann werden verschiedene Gegenstände rund um das Raumschiff verteilt. Der Abstand kann variieren und sollte maximal so weit entfernt sein, dass die Gruppe gemeinsam an den Gegenstand gelangt (wenn sich alle an die Hand nehmen und eine lange Kette bilden). Die Gruppe hat die Aufgabe alle Gegenstände in das Raumschiff zu holen ohne, dass der Kontakt zu dem Raumschiff verloren geht. Das heißt es muss mindestens eine Person immer Kontakt zu dem Raumschiff haben, und die anderen können, indem sie sich an den Händen halten das Raumschiff verlassen und die Gegenstände einsammeln. Sobald der Kontakt zu dem Raumschiff verloren gegangen ist muss die Gruppe von vorne beginne.  

*Es gibt im Internet und in verschiedenen Büchern viele Ideen für Kooperationsübungen. Da lohnt es sich etwas Zeit zu investieren und mal das Internet zu durchforsten und neue Übungen auszuprobieren. Achtet darauf, dass ihr mit leichteren Übungen startet und je nach Gruppenkonstellationen können die Übungen schwerer werden und sich steigern. Da immer auf die Gruppe achten, sodass am Ende ein Mehrwert für die Sippenstunde entstehen kann.  

Über den*die Autor*in

Sina