Über den*die Autor*in
– am 06.03.2023 wurdest du zum International Commissioner (IC) des AK Internationales für unsere Diözese Münster berufen. Was bedeutet das für dich?
Johnny: Vielen Dank – sehr viel. Seit 2014 bin ich in diesem AK Internationales als ´einfaches´ Mitglied dabei. Vieles wurde in dieser langen Zeit umgesetzt, manches aber auch nicht. In den letzten Jahren hat Corona tiefe Spuren hinterlassen, z. B. fanden in der Zeit kaum Auslandsfahrten statt. Dann wurde die Stelle des ICs frei und da habe ich mir gesagt: Jetzt oder nie!
VZ: Bevor wir dazu kommen, was Du alles für Pläne hast, stelle dich doch einfach mal kurz vor.
Johnny: In den 80er Jahren habe ich als Jungpfadfinder in meinem ersten Stamm (DPSG St. Marien / Nordhorn) angefangen. Nach meiner Lehre (zu der Zeit war ich Wölflingsleiter) bin ich von Nordhorn nach Frankfurt gezogen. Auch dort war ich Wölflingsleiter bei der DPSG Don Bosco in Frankfurt-Schwanheim. Dann habe ich in den 90er meine jetzige Frau kennengelernt und war für ein paar Jahre zweiter Stammesvorsitzender bei der DPSG St. Ruppert in München. Dann sind meine Frau und ich ins Münsterland gezogen und seit 2003 bin ich bei der DPSG Lüdinghausen, wo auch meine Töchter Pfadfinder sind bzw. waren.
VZ: Und was ist dein Bezug zum AK Internationales?
Johnny: Schuld im positiven Sinne war eine Aktion, die ich als Rover bei der DPSG St. Marien miterleben durfte – die Kurzversion: Funker aus Nordhorn haben uns Pfadfinder angesprochen im Sinne von: Ihr seid doch Pfadfinder – im Oktober findet das JOTA statt – eine weltweite Pfadfinderaktion, wo Funker und Pfadfinder sich zusammenschließen, um weltweit mit anderen Pfadfindern zu funken – habt ihr Lust?
VZ: Was bedeutet JOTA?
Johnny: JOTA steht für Jamboree on the Air – und ja, wir hatten Lust bei dieser Aktion mitzumachen. An dem Wochenende hatten wir viele Funkkontakte zu ausländischen Pfadfindern. Ein ´besonderen´ Funkkontakt in den Niederlanden, also in direkter Nachbarschaft von Nordhorn, blieb besonders in Erinnerung, denn wir wurden eingeladen, die niederländische Station noch in derselben Nacht zu besuchen. Wir sind also nachts über die Grenze gefahren und waren geflasht: Ein Fußballplatz und die Flutlichtanlagen waren als Antennen umfunktioniert worden… Und ich als Niederländer konnte auch bisschen ´mitreden´! Mit Radio Scouting fing es an und eine Saat wurde gesät.
VZ: Wie meinst du das, eine Saat wurde gesät?
Johnny: Ja, viele Jahre später, Anfang der 2000er, ging die Saat auf und ich fing an JOTA in Lüdinghausen ´einzuführen´. Vorher schon in München, aber so richtig erst hier in Lüdinghausen. Irgendwann kam auch JOTI (Jamboree on the Internet) hinzu und ich machte 2005 meine eigene Funklizenz (DB1YB) und seitdem biete ich JOTA – JOTI unter dem Clubrufzeichen DL0LN mit Hilfe der Funker aus Lüdinghausen (DOK N29) für die Diözese (und nicht nur für die DPSG Lüdinghausen!) an. Daher kommt mein Bezug zu internationalen Pfadfinderaktivitäten – darüber hinaus war ich 1995 beim Jamboree in Dronten (Niederlande) und 2014 im KISC (Kandersteg International Scout Centre) in der Schweiz.
VZ: Cool. Das war nun der Blick in die Vergangenheit und wie ist der Blick in die Zukunft? Das Thema der VZ dieser Ausgabe heißt ´Visionen´ – welche Vision hast du als neuer IC im AK Internationales?
Johnny: ´Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen´ (Zitat von Helmut Schmidt – Bundeskanzler von 1974 bis 1982). Kleiner Scherz, aber in Ernst: Mitgestaltung ist wichtig und richtig. Hier habe ich nun eine Plattform, eigene Wünsche oder ´Visionen´ ins Verbandsleben mit einfließen zu lassen. Eine meiner ersten Amtshandlung kurz nach meiner Berufung war die Teilnahme an einem Workshop-Wochenende in Kronberg im Taunus zum Thema ´Internationale Begegnungen leiten´. Um die 20 Gleichgesinnte aus ganz Deutschland und aus den verschiedensten Verbänden innerhalb des Rings deutscher Pfadfinder (rdp) trafen dort aufeinander. Auf der Agenda standen verschiedene Themen wie Finanzen (Stichwort: Fördermittel & KJP) und kulturelle Methoden, aber auch Fragen wie ‚Was ist Kultur?‘.
Wenig später war dann in Lüdinghausen eine Bezirksversammlung vom Kreis Coesfeld, dort habe ich dann in meinem Heimatstamm mit Hennig Bayer (AK Politik) zum ersten Mal dort die Diözesanleitung vertreten und u. a. das beworben, was ich auch hier bewerbe: Nimmt die Angebote des AK Internationales in Anspruch! Wir sind Ansprechpartner für:
* Auslandskontakte
* Finanzberatung für internationale Begegnungen
* Interkulturelles Lernen
* Fragen zur Weltpfadfinderbewegung und WOSM
Nimmt Kontakt mit mir auf, wenn ihr Lust habt, auf eine internationale Pfadfinderreise (physisch vor Ort, analog per Funk oder digital via Internet) zu gehen. Dafür gibt es diverse Angebote, z. B. Jamboree, JOTA + JOTI (immer an dritten vollen Oktoberwochenende) oder iScout (immer Anfang März). Mir ist auch das Vernetzen wichtig, denn wir sind als Pfadfinder in ein weltumspannendes Netzwerk von Kontakten eingebunden.
VZ: Wie sieht es mit dem Vernetzen hier in Deutschland aus?
Johnny: Hier in Deutschland treibe ich die Vernetzung mit den AKs Internationales auf Bundesebene (DIAB-Treffen) voran, aber auch auf Diözesan- & Bezirksebene. Aktuell gibt es in der 26 Diözesen ´nur´ 10 Diözesen mit einem AK Internationales. Der AK Internationale Gerechtigkeit (AK InGe) und der AK Internationales haben sich schon seit Monaten hier in Münster vernetzt und bündeln Ressourcen.
VZ: Was gibt es noch für weitere Pläne?
Johnny: Eine Idee wurde an mich herangetragen, die auch schon der DPSG Stamm Selm lebt: Schaut in euerer Stadt nach den Partnerstädten. Gibt es dort im Ausland auch einen Pfadfinderstamm? Steht ihr mir denen in Kontakt? Nehmt Kontakt auf und besucht die Pfadfinder in der Partnerstadt oder ladet sie in eure Stadt ein! Seitens der Heimatstadt findet ihr bestimmt Zuspruch. Das Rathaus wird sicherlich diese Idee unterstützen, denn ich kann mir keine Bürgermeisterin bzw. keinen Bürgermeister vorstellen, der was gegen Jugendbegegnungen mit oder aus der Partnerstadt hat.
VZ: Das hört sich alles gut an. Dann wünschen wir dir einen guten Start als IC!
Johnny: Danke – ein Aufruf noch zum Schluss: Wer denn AK Internationales hier in unserer Diözese unterstützen möchte (und wir sind immer auf der Suche nach Mitstreitern bzw. Mitstreiterinnen!), der kann sich über die Mail johann.borger@dpsg-muenster.de an uns wenden – wir freuen uns!