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Bei den Pfadfinder:innen verbringen wir viel Zeit im Wald. Oft dient er uns jedoch nur als Gelände für Großgruppenspiele wie „Capture the Flag“ und die vielen verschiedenen Pflanzen und Tiere im Wald geraten in den Hintergrund. Um den Wald mal anders zu erleben und wahrzunehmen, bieten sich verschiedene Spiele an. Hier wollen wir euch ein paar Spiele vorstellen, die auch oder gerade im Winter, gut funktionieren.
Um das Ökosystem Wald besser kennenzulernen und zu verstehen, wie manche Tiere im Winter nicht verhungern, kann man das Eichhörnchen Spiel mit Pfadfinder:innen unterschiedlichsten Alters ausprobieren.
Dafür bekommt jede:r 10 Haselnüsse, die nach Eichhörnchen-Art versteckt werden müssen. Das heißt die Haselnüsse müssen so schwer versteckt werden, dass niemand anders sie findet und doch so, dass man sie selbst schnell wieder finden kann. Sind alle Haselnüsse versteckt (hier könnt ihr gerne ein Zeitlimit von z.B. 3 Minuten vorgeben), kommt die Gruppe wieder zusammen und hält Winterruhe. Nach einer kurzen Zeit sollen die einzelnen Mitspieler:innen in drei verschiedenen Runden (= Wintermonaten) ihre Haselnüsse wiederfinden. Sie haben pro Runde eine Minute Zeit und sollen erst 4, dann 3 und dann 2 Nüsse zur Spielleitung bringen. Schafft es jemand nicht, in der vorgegebenen Zeit die angegebene Anzahl an Nüssen zu finden, scheidet diese Person aus. Am Ende seht ihr, wie viele Eichhörnchen den Winter überlebt haben.
Im Anschluss an das Spiel kann reflektiert werden, welche Strategie die einzelnen Mitspieler:innen angewendet haben und was mit der verbleibenden Nuss im Wald passieren könnte.
Variante: Besonders bei größeren Gruppen können einige Personen eine Rolle als „Räuber“ der Eichhörnchen einnehmen. Diese Personen verstecken selbst keine Nüsse, sondern versuchen die Verstecke der anderen zu finden, indem sie diesen beim Verstecken aus der Ferne zuschauen. Wie viele Eichhörnchen überleben wohl dann den Winter?
Variante: Um das Wiederfinden zu erschweren kann man die Zeit zwischen Verstecken und Suchen verlängern indem man z.B. ein oder andere Spiele in der Zwischenzeit spielt.
Der Wald selbst wird meistens nur wenig wahrgenommen. Insgesamt achten Menschen nicht sehr auf die Unterschiede, die zwischen verschiedenen Pflanzen bestehen. Pflanzen sehen somit häufig gleich aus und die Vielfalt auch innerhalb einer Art wird wenig beachtet. Dieses Phänomen wird auch als „Plant Blindness“ beschrieben. Ein Spiel um bewusst den Wald und dessen unterschiedliche Bäume wahrzunehmen kann eurer Gruppe die Vielfalt der heimischen Wälder näherbringen.
In eurem Trupp sollen sich Paare zusammenfinden. Jedes Paar bekommt eine Augenbinde. Diejenigen, die die Augen verbunden haben, werden von ihren jeweiligen Partner:innen an einen beliebigen Baum herangeführt. Dort dürfen sie diesen dann mit ihren Händen erkunden. Wenn die Personen glauben, sich ihren Baum gut eingeprägt zu haben, werden sie wieder zum Startpunkt geführt. Danach wird die Augenbinde entfernt und sie bekommen die Aufgabe, ihren Baum im Wald wiederzufinden. Danach werden die Rollen getauscht und die andere Person bekommt dieselbe Aufgabe.
Bei diesem Spiel kann der Schwierigkeitsgrad durch die Begrenzung der Fläche und eine Zeitlimitation beim Abtasten der Bäume variiert werden.
Diese Aktion bietet sich auch als Pause auf Haiks und Wanderungen an. Hierbei geht es nicht um Bewegung, sondern um das bewusste Wahrnehmen im Wald. Dazu benötigt jedes Kind ein Stück Papier, z.B. eine Karteikarte, und einen Stift. Jede:r in der Gruppe sucht sich in Rufweite einen Platz im Wald, der im besten Fall so abgelegen ist, dass man niemand anderes sieht. Dann setzt sich jede:r bequem hin und hört einfach nur zu. Die Geräusche, die man hört, kann man auf seine Geräusche-Karte zeichnen. Egal ob Vögel, Wind, fallendes Laub oder Regen – alles kann eingezeichnet werden. Nach einer gewissen Zeit ruft die Gruppenleitung die Kinder wieder zusammen. Anschließend kann man sich über das Gehörte und die Erfahrung austauschen.
Das Ganze funktioniert natürlich auch ohne Papierkarte, dann muss man sich jedoch mehr merken. Je nach Alter sollte die Zeit kürzer sein und Taschen oder Handys vorher bei der Gruppenleitung gesammelt werden, um mögliche Ablenkungen zu vermeiden.
Auch diese Aktion bietet sich gut an für Wanderungen und ist für alle Stufen geeignet. Während die Gruppe wartet, geht ein:e Leiter:in einen gut erkennbaren Weg oder Pfad vor und verteilt auf ca. 200 Metern etwa zehn Gegenstände am Wegrand, die nicht in den Wald gehören, z.B. Legofiguren, Schuhe, Kamm, Brotdose oder Trinkflasche. Dabei sind alle Gegenstände denkbar, man sollte sie nur gut wiederfinden können! Die Gegenstände dürfen auch etwas getarnt werden, um das Finden zu erschweren. Wenn alle Gegenstände versteckt sind, gibt der/die Leiter:in der Gruppe das Signal, dass der oder die Erste losgehen darf.
Die Kinder sollten mit reichlich Abstand einzeln losgeschickt werden und darauf hingewiesen werden, dass sie nun langsam und aufmerksam den Weg entlang gehen dürfen, und dabei nach Dingen Ausschau halten sollen, die dort nicht hingehören. Wichtig ist dabei, dass alle Gegenstände von den Kindern nicht angefasst werden dürfen und an ihrem Platz liegen bleiben müssen, damit jede:r sie suchen kann. Die Kinder merken sich, wo und was sie gefunden haben.
Am Ende des Weges sammelt sich die Gruppe wieder und berichtet sich gegenseitig, wie viele Teile sie gefunden haben und was. Anschließend geht die Gruppe gemeinsam den Pfad zurück und sammelt alle Gegenstände ein. So finden hoffentlich alle Kinder alle Gegenstände.