Wohltuendes Sommerlager 

Wenn ich 100 unterschiedliche Pfadfinder*innen aus unserem DV Frage, welche Aktion oder Fahrt ihr persönliches Highlight des Pfadfinderjahres darstellt, dann ist zwar meine Stichprobe zu klein und nicht repräsentativ, aber […]

Wenn ich 100 unterschiedliche Pfadfinder*innen aus unserem DV Frage, welche Aktion oder Fahrt ihr persönliches Highlight des Pfadfinderjahres darstellt, dann ist zwar meine Stichprobe zu klein und nicht repräsentativ, aber ich bin mir sicher, dass ein Großteil von ihrem Sommerlager berichten werden. Und das Spannende wird sein, dass selbst Leitende sich jedes Jahr erneut drauf freuen. Das bestätigt zumindest euer Engagement für die einzelnen Sommerläger in eueren Stämmen.  

Gehen wir aber noch einmal einen Satz zurück, warum engagieren sich Leitende ehrenamtlich für ein Sommerlager, in denen sie ja bekanntlich auch den ganzen Tag Kinderbetreuung und Leitungsverantwortung tragen müssen (falls jemand jetzt einen Antrag zur Geschäftsordnung oder Einspruch erheben möchte, ich muss zugeben, dieser Satz ist überspitzt dargestellt). Ja, warum tust du es eigentlich? 

Natürlich ist die Antwort klar, der Titel des Textes lautet „Wohltuendes Sommerlager“ und ja, jetzt spreche ich aus eigener Erfahrung, ein Sommerlager ist für mich wohltuend. Nun ist wohltuend nicht mehr das gebräuchlichste Wort in unserem täglichen Wortschatz, deswegen habe ich einmal nach dem Dudeneintrag geschaut. Die Bedeutung wird wie folgt angegeben: „(in seiner Wirkung) angenehm, erquickend, lindernd“1. Und ich finde diese Beschreibung trifft auf eine Leitungstätigkeit während des Sommerlagers gut zu. Ich führe dazu aus: 

  1. In der Wirkung ist ein Sommerlager angenehm. Angenehm weil wir mit Menschen umgeben sind, die wir wertschätzen und mögen. Die Zusammenarbeit der Leiter*innenrunde als eigene Gruppendynamik während des Lagers. Wir entdecken versteckte Potenziale, bauen Vertrauen zueinander auf oder vertiefen es und quatschen bei Feuerrunden oft die ganze Nacht durch. 
  1. Ein Sommerlager ist erquickend (oder einfacher neu belebend, erfrischend). Durch den Austausch und die Interaktion mit Leitenden oder Teilnehmenden, erleben wir immer neue Dinge. Seien es Herausforderungen, mit denen wir uns konfrontiert sehen, seien es Momente, die wir nicht vorhersehen können, seien es unterschiedliche Lebenswelten, die aufeinandertreffen und sich gegenseitig bereichern.  

Dabei muss ich immer an heterogene Leiter*innenrunden denken, die einzelnen Leitenden stehen an ganz unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben. Dadurch entsteht nicht nur für die Teilnehmenden ein weites Spektrum für den Austausch mit unterschiedlichen Lebensmodellen, sondern auch untereinander in der Leiter*innenrunde können Lebenswege und Pläne viel niedrigschwelliger besprochen werden – im Sinne von „Wie hast du dies gemacht“. 

Wir als Leitende verstehen uns immer auch als Lernende, Kinder und Jugendliche können uns neue Perspektiven geben, können uns neue Motivation für das Pfadfinder*innensein verschaffen.  

  1. Ein Sommerlager ist in seiner Wirkung lindernd. Alltagsstress und das bürgerliche Leben lassen wir auf der Autofahrt hinter uns. Drücken den Stopp-Knopf in einem immer schneller werdenden Alltag. Durch meist schlechten Handyempfang beleibt das Smartphone oft im Zelt. Wir lassen uns auf die Sache ein, spielen jedes Motto mit und dürfen auch einfach die Zeit genießen. Außerdem passen wir ganz nebenbei, durch das Schlafen im Zelt unsere innere Uhr wieder an.2  

Und das sind nur einige Gründe, aus denen ich ein Sommerlager als wohltuend empfinde. Wie sieht es bei dir aus: 

  • Was macht dein Sommerlager wohltuend?  
  • Wie lässt du den Alltag vor dem Lagertor?  
  • Was ist dein Lieblingskaffeesommerlagermoment? 

Über den*die Autor*in

Henning Pauly

Henning ist Verbandspolitischer Vorstandsreferent des DV Münster.