Mitte Februar 2018 war ich mit der Gemeinschaft Emanuel zwei Wochen in Jordanien. Mit Hilfe des Beduinen Salem und unseres Leitungsteams sind wir 11 Tage durch das Wadi Rum gewandert und haben anschließend den Berg Nebo und die Taufstelle Jesu besucht. Exerzitien auf eine ganz besondere Art.
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Ende 2017 schrieb ich an das Bundesamt St. Georg, um einen Kontakt zu Pfadfindern nach Jordanien herzustellen. Ich erhielt eine Adresse vom Stammesleiter Essem in Amman. Nach einigen Mails und Telefonaten verabredeten wir uns in Jordanien zu treffen.
Da die Teilnehmer der Exerzitien kein Mobiltelefon bei sich hatten, übergab ich den Kontakt von Essem an unser Leitungsteam. Der letzte Abend war in Madaba geplant, einer Stadt, 30 km südlich von Amman. Als wir die letzten Meter zur katholischen Kirche den Berg hinauf gingen, wurden wir von einer 10 köpfigen Pfadfindergruppe empfangen, die uns mit sechs Dudelsäcken und diversen Trommeln auf dem Kirchplatz einen lautstarken Empfang bereiteten. Essem war zu diesem Treffen extra aus Amman gekommen.
Die Stimmung der anwesenden Gläubigen, Pfadfindern und unserer Gruppe war phänomenal. Adressen und Halstücher wurden getauscht. Zum Schluss wurden wir von den Pfadfindern zu einem Imbiss eingeladen. Danach ging es zum Flughafen.
Für dieses Erlebnis möchte ich mich bei Bärbel Thomas vom Bundesamt und Annika Horstmann, SG Nahost, herzlich bedanken, die den Kontakt nach Jordanien hergestellt haben.




……aus Jordanien zurück erfuhr ich einige Wochen später von meinen neuen Schwestern und Brüdern aus Amman, dass sie eine Reise nach Deutschland planten. Mein Interesse war mehr als geweckt. Das Lager sollte in Königsdorf bei München stattfinden. Nach kurzer Recherche im Internet wurde ich beim DV Rottenburg Stuttgart fündig. Hier wurden noch Helfer/innen u.a. im internationalen Bereich gesucht.
Bei meiner Anmeldung erfuhr ich von Leonie Johannes, Bildungsreferentin, dass auch Pfadfinder aus Südafrika, Luxemburg, Nordirland und zwei Gruppen aus Jordanien dabei sind.
Unter dem Motto „Einfach Pfadfinden! eat scout sleep repeat. Pfadfinder – mehr als nur ein Hobby!“ hatte sich das Vorbereitungsteam einige Gedanken gemacht.
Dies ist oft leichter gesagt als getan. Was ist denn nun der Unterschied von uns Pfadfindern zu anderen Jugendverbänden und vor allem, was macht das „Pfadfinder sein“ überhaupt aus?
Unter Einfach Pfadfinden! soll genau dies aufgreifen und erlebbar gemacht werden, ein Pfadfinder-Lager, das mehr ist als nur Back to the roots. Die jeweilige Stufenpädagogik wird dabei aktiv gelebt, Werte und Themen der DPSG werden im Lageralltag umgesetzt und das Grundmotiv „einfach Leben“ steht im Mittelpunkt. Der Leitsatz „Pfeif auf die Regeln, probiere es aus!“ schafft die nötigen Freiräume, um das Pfadfinden an und für sich zu erleben und dabei nicht alltägliche Dinge auszuprobieren.
Die internationalen Teilnehmer waren in Stämme integriert, die sich vor Beginn des Lagers gemeldet hatten. Petra, Kathrin, Leonie, Marius und ich vom Team Internationales kümmerten uns um weitere Belange unserer Gäste und um den internationalen Treffpunkt im Lager.
Eine weitere Aufgabe des internationalen Teams bestand darin, Gruppen für internationale Begegnungen zu ermutigen und Hilfen anzubieten.
13 Ehrenamtliche stemmten sogar einen eigenen Radiosender: „Radio Rost“ funkte im Bereich des Zeltplatzes über UKW-Frequenz und per Online-Livestream 24 Stunden altersgerecht aufbereitete Nachrichten, Informationen und Unterhaltung.
Aufbau, Eröffnung, Evakuierungsübung, Singwettstreit, Motto-Tage, internationaler Abend, Fußballturnier, Unwetterwarnung, Stufentage, Ausflug nach München, Wanderung an der Isar, Gottesdienst….
Für mich war dieses internationale Lager wie eine Tankstelle und Ideenschmiede mit der Möglichkeit interkulturell zu lernen und neue Erfahrungen zu sammeln.
Leider ging mein Urlaub vor Beendigung des Lagers zu Ende.
Bilder: Bernd Grünefeld